Leipziger Buchmesse… die Zweite…

Große Dinge werfen ihre Schatten voraus… wunderbare Dinge liegen hinter mir und klingen noch nach….

Der Reihe nach: Es war lange still hier und vielleicht hat sich die Eine oder Andere Sorgen gemacht… es geht mir wunderbar. Ich habe einfach viel gearbeitet. Nein, es ist keine „Arbeit“ für mich, wenn ich schreibe, sondern ein Vergnügen. Ich habe mit Hochdruck an einem neuen Buch gearbeitet und es ist fast fertig. Es ist derzeit schon im Lektorat und wird im August erscheinen… nähre Infos wird es zeitnah hier geben… Soviel sei schon verrraten… es ist (wieder) ein ganz besonderes Buch, denn die Recherche war intensiv und persönlich…

Die Leipziger Buchmesse, die ich das zweite Mal besucht habe, klingt schwungvoll nach: Sie war “bunt“ im Wortsinn (schaut mal auf meine Facebook Seite oder Instagram, dort gibt es ein paar Impressionen). Selten erlebt man so viele bunte, gut gelaunte Menschen, denn die CosPlayer*innen (das sind die bunt verkleideten Fantasy-Figuren) präsentierten sich gerne der beeindruckten Fotografin. Kunstvolle und detailreiche Kostüme, häufig mit viel Zeitaufwand verbundener Näh-und Bastelarbeit  und lachende, freundliche Gesichter wurden mir oft auch ungefragt präsentiert.  Kurze, launige Gespräche ergaben sich von selbst…

Natürlich hat Frau dort auch viele Termine, mit bekannten anderen Autor*innen ( ja, ich werde versuchen ab jetzt bewusst zu gendern… seht es mir nach, wenn ich es ab und zu vergesse… ich lerne noch…), Verlagen, Kolleg*innen und Zufallsbekanntschaften. Viele interessante Gespräche waren das Ergebniss, die möglicherweise Folgen haben werden…

Das „Highlight“ war meine Lesung auf der„Leseinsel Religion“. Meine sehr engagierte Mitstreiterin war Charlotte, die Pressesprecherin des Vier-Türme Verlags.  Auf dem Podium sprachen wir über mein aktuelles Buch „Als meine Sonne unterging“, in dem es um Suizid und selbstbestimmtes Sterben geht. Natürlich waren die Fragen von Charlotte sehr gut vorbereitet, dennoch entwickelte sich eine lockere, lebhafte Diskussion auf der Bühne, so dass ich erst im Nachhinein wahrnahm, wieviele Menschen zuhörten. Alle Stühle warnen besetzt und die stehenden Menschen blockierten fast den Durchgang. Wir waren freudig überrascht, denn ein so schweres Thema ist ja nicht jedermann Sache…. zeigt aber… und das ist und war immer meinen Intension beim Schreiben…. das wir auch über diese Dinge reden MÜSSEN!

Besonders genussvoll ist es für mich, wenn ich nach Lesungen mit den Zuhörer*innen ins Gespräch kommen kann. Und trotz der Enge ergaben sich verschiedenen Disskussionen… oft Erfahrungsberichte oder Meinungen, aber auch Rückmeldungen zu meinen Büchern. Es war großartig!

Nun hat mich der „Alltag“ wieder und Ideen sprudeln wie Perlen aus mir heraus. Eines ist mir klarer denn je… schreiben ist mein „Ding“! Und darum wird es jetzt auch wieder regelmäßiger Bogs von mir geben, die Seite wird zeitnah aktualisiert und ich würde mich über viele neue Abonenten freuen….

Meinung

Gerade ist die Biografie der wunderbaren Frau Obama erschienen….. Und schon haben alle eine Meinung dazu. So wie ich auch, wenn man meinen ersten Satz liest.

Heute Morgen las ich in der Tageszeitung einen Leserbrief zu einer kirchlichen Veranstaltung, der die Meinung des Schreibers wiedergab. Logisch! Dafür sind Leserbriefe da und ganz wichtig: unsere im Grundgesetz verankerte Meinungsfreiheit! Gott sei Dank, kann man da nur sagen.

Und schon wieder meine Meinung…. In jedem Satz schwingt zumindestens unterschwellig eine Meinung mit – und das nicht nur bei meinen Aussagen. Jeder Zeitungsartikel ist geprägt von der Anschauung, der Meinung des Verfassers. Meine Bücher sind geprägt von meiner Meinung, auch wenn ich noch so sehr versuche “neutral” zu formulieren.  Wenn ich mit meinem Sohn spreche schwingt sehr oft ein Statement mit. Ich bemühe mich, mit “Ratschlägen” zurückhaltend zu sein (und scheitere leider manchmal), denn ein Ratschlag ist auch ein Schlag…. Wie frei sind wir wirklich? Wie sehr beeinflusst uns die Meinung anderer Menschen?

Eine Freundin hat eine neue Frisur, eine Nachbarin eine neue Brille. Ja, natürlich finde ich die neue Frisur meiner Freundin klasse, die Brille etwas zu groß für das kleine Gesicht der Nachbarin. Aus der Nummer komme ich nicht raus…

Die Frage ist, ob ich ungefragt von meinem Recht auf freie Meinungsäußerung immer Gebrauch machen muss?

Bei gesellschaftlichen Themen, Politik, Gewalt gegen Minderheiten, Ungerechtigkeit und Not dürfen wir nicht schweigen. Aufmerksam machen, sensibilisieren und wichtiger noch – etwas dagegen tun.

Aber muss wirklich alles kommentiert, bewertet und für gut oder schlecht befunden werden? Die Biografie von Michelle Obama wurde in vielen Medien “gehypt”. Das hat mich beeinflusst. Ich hatte auch schon vorher eine Meinung, aber die wurde noch verstärkt. Ich freue mich auf das Buch. Aber ich werde es nicht neutral lesen können. Ich habe schon zu viele Hintergrundmeinungen gelesen und gehört.

Ähnlich ist es bei der neuen Brille der Nachbarin… Sie selber äußerte ihre Meinung und fragte dann nach meiner. Bin ich ehrlich? Sage ich das was ich dazu denke? Oder versuche ich es neutral zu formulieren (was schwierig ist)?

Offengestanden habe ich eine Meinung zur Meinung. Die soll hier zur Abwechslung aber nichts zur Sache tun. Vielleicht ist eine Frage ja manchmal besser als eine Meinung…? Z. b. bei meiner Nachbarin, ob sie sich mit der Brille wohlfühlen….?

Ich habe auch viele Meinungen zu meinen “pinkfarbenen Schuhen” bekommen – meist ungefragt. Das ich mich darin richtig super gefühlt habe,  hat kam jemand erfragt.

Auch das soll keine Meinung sein… Ist es aber wohl doch… Denn sie alle hatten das Recht ihre Meinung zu äußern…ob ich sie hören wollte oder nicht.

Fazit: Ich werde die Biografie von Michelle Obama mit Genuss lesen und mir dann eine (neue) Meinung bilden… Ob ich sie mitteilen werde, weiß ich noch nicht…. Ich werde erst darüber nachdenken.

HH

“Spitz auf Knopf” … also mal gerade so …. war ich pünktlich bei einem Termin in Hamburg. Stau, Berufsverkehr und wie immer Menschen, die denken sie hätten eine eingebaute Vorfahrt in ihrem Auto. Da ich als “Landpommeranze” relativ wenig (zum Glück!) Erfahrung mit Grossstadtverkehr habe, bin ich schnell genervt. Aber egal – ich war pünktlich bei meinem Termin, der  nach 15 Minuten “abgefrühstückt” war. Was anfangen mit dem angebrochenen, freien Tag bei Traumwetter in HH? Shoppen? Langweilig, teuer und nichts Besonderes. Also:

Ohlsdorfer Friedhof… “Größter Parkfriedhof weltweit” wirbt eine Broschüre, die ich im Friedhofsmuseum kostenlos mitnehmen darf. Im Museeum ein netter, älterer Herr, der mich  sofort begeistert mit Informationen, Geschichtchen und Anekdoten überschüttet. Ich bin fasziniert und mache eine größere Runde in der “Stadt der Toten”, die doch so lebendig ist. Dauernd kreuzen Eichhörnchen meinen Weg, wunderschöne (Jugendstil)Grabsteine, Engel und Mausoleen werfen ihre Schatten auf die sonnigen Wege. Viele “berühmte ” Hamburger ruhen hier: Hans Albers (natürlich!), Loki und Helmut Scgmidt (natürlich!), Gutav Gründgens (aha!), Inge Meisel, James Last (der gebürtiger Bremer ist!), Roger Willemsen, Heinz Erhard (ach!) und Richard Ohnsorg (klar!) und viele mehr. Es gibt aber auch Soldatenfriedhöfe, einen großen jüdischen Friedhof und für verschiedene Religionen extra Ruhestätten. Der gesamte Friedhof ist mit seinen 400 ha unüberschaubar riiiiiiesig und sicher mehrere Besuche wert.

Danach brauche ich lebendige Menschen um mich und dringend etwas zu essen.  ”Hamburger Pannfisch” mit Bratkartoffeln (natürlich!) an Hamburgs neuem Wahrzeichen – Elphi- !  Die Saison ist zu Ende, obwohl traumschönes Wetter ist. Wenige Menschen tummeln sich und es ist leicht einen Platz an der Flaniermeile zu finden. Auch der Ticketshop für die “Plazza” ist fast leer und ich kann die endlos lange Rolltreppe alleine hinauffahren und ein spektakuläres Foto schießen. Oben umrunde ich den gesamten Bau, werfe angewidert einen Blick in den “sauteuren” Shop und habe dafür aber dann einen herrlichen Blick auf die alte Hansestadt. Von hier oben finde ich sie schön (auf der Rückfahrt im Feierabendverkehr dann schon wieder nicht mehr ganz so schön).

Die überwiegende Zeit “verbummele” ich auf der “Flaniermeile” mit den spektakulären, hypermodernen und extrem stylischen Wohnhäusern, die sicher fern jeglicher Finanzierung sind. Und wer will schon dauernd doofe Touristen, wie mich an seinem Balkon mit Elbblick vorbei spazieren sehen…..

Fazit: Hamburg ist eine faszinierende Weltstadt, in der ich sehr oft zu tun habe. Am besten gefällt sie mir persönlich allerdings, wenn ich wieder aus dem Stadt herausfahre….