Technik-Blabla

Ich bin bekanntlich ein bekennender Star Trek Fan. Gibt es Sendezeit zu füllen, reden die Akteure in “Technik-Blabla”, über Injektorspulen, Warpkern und fluktuierende Hüllenintegrität. Wenn man im Krankenhaus arbeitet gibt es einen ausgeprägten “Medizin-Sprech” und einen AKÜFI (Abkürzfimmel).

Nach 7 gemeinsamen Jahren stand nun am Wochenende ein Abschied bevor. Eine Trennung nach einer sehr intensiven und von Liebe geprägten Zeit. Mein Laptop machte zunehmend Zicken, öffnete Dateien nicht und ließ sich nicht für Zoom-Meetings u.ä. nutzen. Kurzentschlossen versuchte ich mich im Internet schlau zu machen (haha… als wäre das Internet dafür geeignet..) und rief die Seite des ortsansässigen Händlers auf um eine Vorabauswahl zu treffen. Natürlich konnte man nur telefonisch bestellen und dann an der Ladentür abholen.

“17,3 Zoll Full-lHD IPS (matt)” – las ich als Erstes. HA! Damit war die Größe des Monitors gemeint! Gedanklich klopfte ich mir auf die Schulter, weil ich das wusste! Allerdings war mir Full HD IPS (matt) unbekannt. Egal, wird schon nicht so wichtig sein…

“I5-1035G1, 16 GB, 512 SSD”- hmmm…. irgendwas mit Arbeitsspeicher…

“GeForceMX blablabla” – hier stieg ich endgültig aus und griff zum Telefonhörer um schon beim wählen den armen Menschen (aller Voraussicht ein junger Mann) zu bedauern, der das Pech hatte meinen Anruf anzunehmen.

Wie erwartet begrüßte mich eine junge, sehr freundliche, männliche Stimme. Mit einem tiefen Atemzug sagte ich, das ich einen neuen Laptop in rot brauche der überwiegend zur Textverarbeitung benötigt wird, ich also ein Office Packet brauche (wieder “HA!”… ich weiß, was das ist und das ich es unbedingt brauche!) und keine “Gamerin” bin, also keine große Grafikkarte benötige (HA!).

Kurzes schweigen. “War das ernst gemeint mit dem rot…?”

“Äh, ja! Natürlich!…. Nee, Quatsch!…. Außer Sie haben zuuuufällig Einen in rot da. Nee, im Ernst, die farbe ist mir egal…. nee, doch nicht… hahaha.!”

Schweigen.

“Haaalllloooo?”

Räuspern

“Sorry, war Spaß. Aber einen Laptop brauche ich wirklich… ich habe auch schon einen Schönen auf Ihrer Internetseite gefunden. Haben Sie den da und würden Sie mir den für meine Nutzung empfehlen?”

Der leicht irritierte junge Mann gab wirklich sein Bestes und fragte dummerweise nach, was ich an Zusatzbehör brauchen würde…

“Eine Funkmaus…. in rot”

Tiefes ein- und ausatmen.

“Und eine Tasche….”

“Wir hätten da Eine in rot…??”

Touche!

Der nette und sehr geduldige junge Mann erklärte mir dann noch ausführlich den Teil des Technik-BlaBlas, den ich nicht kannte, empfahl mir ein ähnliches Gerät und vereinbarte mit mir den Abholtermin für den nächsten Tag.

Leider war er nicht selber am Abholschalter als ich zu einer glücklichen und sehr zufriedenen Besitzerin eines neuen knall-schwarzen Laptops in einer krachig schwarzen Tasche mit einer dunkelgrauen Maus wurde.

 

DNA

Desoxyribonukleinsäure… oder „das natürlich auch“… beides kann diese Abkürzung bedeuten. Ich meine  Ersteres. Und nein, ich erkläre nichts dazu… denn ich habe es schon im Anatomie-und Physiologie Unterricht nicht kapiert… bzw. nur so viel, dass es für eine 4 in der Klausur reichte. Nicht meine Welt. Zu klein, um es mir vorstellen zu können. Zu abstrakt, um es mit Leben zu füllen. Und doch ist es ein Baustein meines Lebens.

Was ist darin festgeschrieben und was ist willkürlich von mir veränderbar? Bin ich „Gefangene“ meiner Gene? Oder kann ich ausbrechen? Beschreibt meine genetische Herkunft was ich war, bin oder sein werde?

Aus Neugierde lies ich einen DNA Test machen um meine „Herkunft“ zu erfahren. Als ich das Ergebnis bekam stand nicht über meine „Heimat“ darin. Ich komme aus einem liebevollen, fürsorglichen Elternhaus. Stamme von wunderbaren Großeltern ab und kannte sogar  meine Urgroßmutter Frederike bei der ich auf dem Schoß gesessen habe. All das steht nicht in meinen Genen. Auch nicht, wie sich mein Leben entwickelte. Nichts über meine Zeit im Internat. Nichts über meinen Wunsch Krankenschwester zu werden. Nichts darüber, dass ich einen wunderbaren Sohn haben würde. Nichts darüber, dass ich mal sehr viel schreiben würde.

Oder gab es bei meinen Ahnen vielleicht jemanden, der ähnliche Interessen hatte? Eine Heilerin aus dem Mittelalter? Einen Erzähler von Sagen und Mythen?
Mich veranlasste das Ergebnis (von dem ich nicht sicher bin ob es valide ist) über meine „Anlagen“ nachzudenken. Ich führe das hier nicht aus, da es nur mich betrifft.

Und ja, ich denke, das wir bestimmte Fähigkeiten, Talente und Verhaltensweisen „mit bekommen/geschenkt bekommen“. Aber wir habe die Möglichkeit sie zu verändern, zu verbessern oder sie zu unterdrücken. Manchmal zwingen uns auch die Rahmenbedingungen dazu.

Die aktuelle Pandemielage zeigt uns, das  Gene veränderbar sind. Das Coronavirus kann und ist mutiert. In diesem Fall ist eine Veränderung nichts gut, weil die Mutation wohl ansteckender ist.  Davor müssen wir uns noch besser schützen. Meine Gene waren wohl auch verändert. Darum bin ich schwer erkrankt. Aber es gibt in sehr, sehr vielen Fällen Hilfe bei Mutationen. Und manchmal ist es auch eine Verbesserung. Es gibt viele innere und äußere Faktoren, die uns zu dem machen was wir sind. Und ob nun meine Gene dafür verantwortlich sind, dass ich gerne Geschichten erzähle und schreibe, oder meine erlebten Erfahrungen weiß ich nicht genau…. vielleicht Beides….Es spielt aber eigentlich auch keine Rolle. Denn es ist gut so wie es ist.

Fazit: Gene sind nicht gut oder schlecht. Wer wir sind und was wir tun haben wir selber zu verantworten. Macht das Beste daraus!

 

Mal eben kurz die Welt retten….

Was für ein Leben! Da gibt es Menschen, die es in ihrer Kindheit und Jugend sicher nicht einfach hatten. Sie haben sich durch Schule und Studium mit Fleiß, Durchhaltevermögen und Klugheit zu gefragten Wissenschaftlern hoch gearbeitet und als Krönung ihrer beruflichen Laufbahn einen Impfstoff (auf Basis von vielen Vorarbeiten)  binnen kürzester Zeit entwickelten und auf den „Weltmarkt“ gebracht und so  (mit anderen Herstellern) „mal eben die Welt“ gerettet….

Im Lockdown hat man Zeit zurück zu schauen, Bilanz zu ziehen…. ich habe rein statistisch etwa 2/3 meines Lebens hinter mir. Was habe ich vorzuweisen?

Bilanzen kann man ja immer so oder so sehen. Soll und Haben. Mit den beiden Impfstoffentwicklern kann ich mich natürlich nicht messen. Es ist auch unwahrscheinlich, dass ich am Ende meines Lebens sagen werden können, dass ich „mal eben die Welt gerettet habe“. Die Frage ist auch, wer die Bilanz bewertet. Mit Chance werde ich am Ende sagen können… „ …es war gut und für manche Menschen war ich bzw. mein Tun wichtig…“.

Jedes Jahr werden in Stockholm (und Oslo) Nobelpreise verliehen, im März werden Oscar-Preisträger ausgerufen, der Bundespräsident verleiht Bundesverdienstkreuz. Nur die Wenigsten bekommen das Eine oder das Andere…

Im Sommer ertranken eine junge Frau in einem nahe gelegenen See. Ihr Freund wurde gerade eben noch gerettet und zwar von einem beherzten Teenager. Er bekam zu recht die Auszeichnung. In totalitären Staaten gehen seit Wochen mutige Menschen auf die Straße und demonstrieren für Meinungsfreiheit und begeben sich damit selber in große Gefahr.

Ehrenamtliche Helfer stehen bereit um beim impfen zu helfen und viele Unbekannte tun hilfreiche Dinge, die im verborgenen bleiben.

Wenn ich vor dem einschlafen darüber nachdenke, ob es ein „sinnvoller“ Tag war, konnte ich noch nie sagen, das ich „mal eben die Welt“ gerettet habe. Im Gegenteil: heute werde ich denken, das ich eine Sache total „versemmelt“ habe. Ich habe  (obwohl ich seit Tagen darüber nachgedacht habe) im Zorn eine Mail „rausgehauen“, die ich nun bereue. Es war dumm, unsachlich und meiner gekränkten Eitelkeit geschuldet. Eine Entschuldigung würde nichts ändert. Die Tür ist zu. Ich habe mich wohlmöglich um eine interessante Chance gebracht…. Zwar hätte ich damit die Welt auch nicht gerettet, dennoch wäre es eine coole Geschichte gewesen. Lerneffekt: Noch mehr überlegen, bevor man/Frau eine Mail abschickt….

Ein paar Stunden später: Ich laufe durch die Stadt (mit FFP2Maske) um einen Brief wegzubringen. In der Postfiliale eine lange Schlange. Eine Frau drängelt sich vor und wird von der Beamtin darauf verwiesen, dass sie nur eine Stoffmaske trägt, medizinische Masken aber Vorschrift sind. Aus diesen Grund könne sie nicht bedient werden. Die Frau fängt an zu zetern und wird doch bedient. Weil sie eine Überweisung macht, muss sie ihren Personalausweis vorlegen. Die Beamtin nimmt ihn entgegen und sagt: Bitte nehmen Sie ihre (Stoff)Maske ab, damit ich sie auf dem Foto identifizieren kann…..“

Fazit: Die Welt ist gar nicht zu retten…. wir sind dem Untergang geweiht…. Weil Dummheit und Ignoranz nicht ausstirbt.

Fazit vom Fazit: Doch, ist sie wohl! Dank der Menschen, die sich jeden Tag aufs Neue mutig für wirklich gute Dinge einsetzen!