Bügeleisen

Wie es mich nervt! Nein, nicht das Bügeln, sondern das Geld ausgeben für so eine dusselige Haushaltsmaschine. Mir kommen die Tränen, wenn ich daran denke, was ich dafür für schöne Schuhe hätte kaufen können.

Meine alte Bügelmaschine hat den Geist aufgegeben, was daran liegen könnte, dass sie mir in letzter Zeit mehrfach herunter gefallen ist. Es wurde nicht mehr heiß, was das glätten von Oberhemden, Blusen und anderen knitterigen Kleidungsstücken enorm erschwerte.

Also ist mal wieder ein Besuch beim regionalem Elektrofachgeschäft nötig. Gedanklich liebäugele ich mit einer Bügel-Dampfstation, die, wie man mir aus berufenem Mund mitteilte, fast alleine bügelt. Scheint eine ähnliche “Liebe” zu sein, wie beim Thermomix…

Prompt gibt es ein Angebot für eine Dampfbügelstation mit dazugehörigem Bügelbrett….  Und mich trifft fast der Schlag! Ich könnte monatelang alle Oberhemden zum Waschen und Bügeln wegbringen, bevor sich so ein Hightech -Ding rechnet. Nebenbei ist es auch noch riesengroß, sieht aus wie ein Raumschiff und ich wüsste nicht, wie und wo ich es verstauen sollte, wenn ich es nicht brauche – was ja die meiste Zeit der Fall ist….. Und wer schleppt mir das riesige Ding aus dem Keller und wieder zurück?

Nein, erkläre ich dem netten Verkäufer… Ich nehme doch ein ganz normales Bügeleisen. Gefühlt ist es nur wenig günstiger, aber etwas Anderes, was halbwegs von vernünftiger Qualität ist, gibt es nicht. Also nehme ich es mit und habe gleich am nächsten Tag das zweifelhafte Vergnügen, es auszuprobieren, da sich mangels Lust und Zeit jede Menge Ungebügeltes im Keller befindet.

Ich schaue beim Bügeln immer alte Filme, die seit Jahr und Tag bei uns “Bügelfilme” heißen und so halte ich es auch mit der neuen Turbo-Bügel-Haushalts-Maschine. Ich entscheide mich für den noch eingepackten Film “Denn sie wissen nicht, was sie tun” mit James Dean. Als ich die DVD eingelegt habe, versuche ich die Maschine zu aktivieren und muss entnervt feststellen…. “Das ich nicht weiß, was ich tue…”  Und damit muss ich das erste Mal seit langem die zentimeter- dicke Gebrauchsanleitung bemühen. Nachdem ich einigen Minuten mit Blättern verbracht habe, um die deutschsprachige Anweisung zu finden, gelingt es mir dann auch das Gerät zu aktivieren und es tut tatsächlich das, was es soll –  Klamotten glätten, wenn auch mit meiner aktiven muskulären Hilfe.

Fazit: Das nächste Mal weiß ich, was ich tue…. Und kaufe lieber Schuhe!

Gegensätze

Schon wieder Schuhe? Ja, muss sein! Aber dann ist dieses Thema vorläufig”abgefrühstückt”…. Bis auf weiteres… Versprochen!.

Mein kürzlicher Urlaub führte mich an den Chiemsee. Ich war schon mehrfach dort und es ist einfach himmlisch, wenn man Berge, Bayern und das Brauchtum dort mag. Ich mag es sehr! Und ich mag bekanntlich Schuhe. In unmittelbarer Nähe von Chiemsee liegt nicht nur die Schickeria Stadt München (die ich ebenfalls sehr mag!) sondern auch die Stadt Rosenheim. Und die hat ein Schuh-Outlet! Kreisch-Alarm!

Mit einer Freundin und deren Teenie-Tochter fuhren wir auf Beutezug nach Rosenheim. Ich hatte mir explizit vorgenommen mich zu mäßigen! Und ich hatte ja einen überkritischen Teenager dabei, der deutlich sagen würde, was “hip” ist und was nicht. Nicht, dass ich das nicht selber wüsste, aber eine zweite Meinung schadet nie.

Der erste Eindruck war enttäuschend, denn statt Schuhen sah ich als erstes Klamotten…. Das hatte ich nun nicht erwartet und das interessierte mich nun gar nicht (besonders da ich vorher schon überreichlich auf Klamotten-Beutezug war und mir noch ein Super-tolles Dirndl gegönnt hatte).

Der zweite Eindruck war nicht viel anders. Ich pilgerte durch die Regalreihen und war nicht wirklich überwältigt. Das Modell, das ich gesucht hatte, gab es schon mal gar nicht (der reguläre Preis war mir zu hoch) und blaue High Heels, die ich eigentlich seit Wochen suche, hatten sie auch nicht. Enttäuschung machte sich breit und meine Freundin verschwand mit ihrer Tochter zu einer Sonderpostenhalle für Stiefel. Das interessierte mich ebenfalls nicht, da ich auf “Sommer” gepolt bin.

Ich schlenderte also nochmal durch die Reihen und entdeckte ein paar Hausschuhe, die ich eigentlich nicht brauchte, aber der Preis war unschlagbar und irgendwann kann ich sie dann sicher doch mal brauchen. Dann entdeckte ich die roten Pumps und sie gefielen mir ganz gut und der Preis war der Kracher! Ich habe aber natürlich schon diverse rote Schuhe in verschiedenen Variationen. Aber nicht solche! Und zu meinem neuen Dirndl würden sie auch passen….

Ich argumentierte eine Weile mit meinem “inneren Schweinhund” über Sinn und Unsinn eines weitere Paaares roter Schuhe und gewann… Natürlich!

Als ich an der Kasse die beiden Paare nebeinander stellte um zu zahlen, sprach mich ein Herr in tiefstem bayrisch an…” Noo, des is joa eine sehr gegensätzliche Kombination…” Und lachte. Ich auch, aber eher aus Höflichkeit, denn ich fand es erstens schwierig ihn zu verstehen und zweites unangemessen, meinen gut wegargumentierte “inneren Schweinehund” wieder auf den Plan zu rufen.

Ja, natürlich sind es Gegensätzlichkeiten, wenn man einen geblümelten Hausschlappen neben knallrote Wildleder High Heels stellt. Und? So ist eben das Leben – voller Gegensätze, verwies ich besagten Schweinehund in seine Hütte, bezahlte und ging mit einer überdimensionierten Tüte von dannen.

Fazit: Schuhe kann man immer brauchen, Gegensätze sind gut und “innere Schweinehunde” gehören in die Hütte!!!

Turnschuhe

Zugegebener Maßen ist das eigentlich nicht die Art von Schuhen, die ich sonst kaufe. Für den anstehenden Urlaub, der neben Bergwanderungen (natürlich mit richtigen Wanderstiefeln) auch ein bisschen Bummeln in den naheliegenden Städten und kleineren Spaziergängen zu der ein oder anderen Sehenswürdigkeit beinhaltet, hielt ich die Zeit für mehr als gekommen, nach gefühlt 100 Jahren mal Turnschuhe zu kaufen.

Dass das mindestens so kompliziert ist, wie richtig coole Pumps oder High Heels zu kaufen, hatte ich nicht geahnt. Ich sah richtig fetzige, sehr neonbunte Modelle in einem Sportgeschäft, probierte sie an und war begeistert! Ich lief…. nein, ich schwebte auf einer Wolke. Naja, der Hersteller hatte bezeichnender Weise auch den Zusatz “Air” im Namen des Schuhs. Als ich einen unbefangenen Blick auf den Preis war, traft mich fast der Schlag… 139€!

Enttäuscht zog ich die Schuhe aus und beschloss im Internet zu recherchieren, ob da ein  ”normaler” Preis für Turnschuhe ist.  Und ob Manolo Blanik auch Turnschuhe herstellt…. Denn die würden dann preislich ja evtl. nicht ganz so weit weg von diesem Modell liegen.

Meine Internet-Recherche zog sich über einen längeren Zeitraum, denn es gibt fast mehr Turnschuhe (die diesem profanem Namen schon nicht mehr gerecht werden) als High Heels. Eigentlich sind Turnschuhe “High Tec”-Schuhe, lernte ich und es geht natürlich bei weitem nicht nur um die Farben und das Aussehen. Die technischen Details langweilten mich schnell und ich reduzierte die Angebote durch entsprechende Filter auf meine Größe und die von mir gewünschte Farbe. Trotzdem hatte ich noch annähernd 800 Modelle in der preislichen Größenordnung von 19,99€ – 229,99€.  Und die waren noch nicht mal von Manolo…

Kurz entschlossen fuhr ich zu einer bekannten Schuh-Kette vorort und fand auf Anhieb ein farblich geniales, preislich sehr akzeptables, qualitativ hochwertiges, passendes Paar Turnschuhe! Und eine sehr kompetente Verkäuferin empfahl mir noch Einlegsohlen mit “Memory Effekt”. Und tatsächlich hatte ich das selbe “Wolken-Air-Gefühl”, wie in dem ursprünglich anvisierten Paar…

Ein perfektes Schnäppchen! Und so werde ich im Urlaub “luftig” über das Kopfsteinpflaster schweben und mich wie Air Jordan fühlen – nämlich als Champion!