Baba Yetu Yetu Uliye Mbinguni Yetu Yetu Amina

…. wenn man Suaheli kann, weiß man was es bedeutet. Ich kann es leider nicht.

Oft sagt meine Familie oder Freunde, wenn wir im Gespräch sind: “Hey, wäre das nicht ein Blog Thema?” Und tatsächlich inspirieren mich Begegnungen ja immer und schon oft, sind aus Gesprächen, oder Fragmenten daraus, Blogs entstanden.

So war es auch hier. Eine junge, befreundete Studentin schickte mir einen You Tube Link mit dem Lied. Sie schrieb gleich eine englische und deutsche Übersetzung dazu.

Es bedeute: Vater unser im Himmel. Amen

In den letzten Tage haben mich die Ereignisse in Paris, wie Millionen andere Menschen auch, sehr beschäftigt. In meinem “neuen, pinken Leben” gehöre ich zur “schreibenden Zunft”. Aber nicht nur deshalb schockiert mich die unfassbare Tragöde so. Es ist vielmehr der Hass und der vermessene Glauben, dass Gott Menschen braucht, die in seinem Namen töten und Leid bringen, um seinen Willen durchzusetzen.

Ich glaube an einen Gott der Liebe, des Vergebens, der Toleranz und der Güte. Dass alles passt nicht zu der “Botschaft”, die die Terroristen verkünden. Und sie erreichen gerade genau das Gegenteil! Millionen Menschen solidarisieren sich, stehen Schulter an Schulter – Arm in Arm auf der Straße und gedenken der Opfer. Unabhängig von Religion, Herkunft oder Geschlecht. Und sogar politische Gegener haken sich ein und stehen gemeinsam gegen Hass und Terror! Wenn das keine gute Botschaft ist!

Baba Yetu Yetu Uliye Mbinguni Yetu Yetu Amina!

Die großen Weltreligionen haben ein gemeinsames Manifest gegen den radikalen Terrorismus im Namen Gottes verfasst. Das alle ein gemeinsames Schriftstück unterschreiben und sich dahinter versammeln können, hat es so auch noch nicht gegeben. Wie wunderbar wäre es, wenn nach alle dem Blutvergiessen jetzt endlich die Bereitschaft für Gespräche und Versöhnung entstehen würde.

In der Zeitung steht heute ein Zitat von einem Schild bei der Paris-Demo:

“Islamist zu sein und in einem koscheren Supermarkt zu enden. Eine Zeitung töten und in einer Druckerei zu sterben. Wenn Gott existiert, hat er Humor.”

Ich glaube, dass Gott nicht darüber lacht, sonden dass Gott traurig ist. Darüber, dass verwirrte Seelen so viel Leid anrichten.

Und ich glaube, dass wir jetzt die Chance haben, die Welt ein kleines bisschen besser zu machen – mit Liebe, Güte, Verständnis und Toleranz!

Baba Yetu Yetu Uliye Mbinguni Yetu Yetu Amina!

Pinkfarbenes Leben

Dies ist  sozusagen die “Fortsetzung” des ersten Beitrags/Artikels und die Erklärung warun der Blog “pinkfarbenes Leben” heisst und worum es darin gehen wird.

Nach dem Erscheinen der “pinkfarbenen Schuhe” sind über drei Monate vergangen und es ist ein ”pinkfarbenes Leben” daraus geworden. Es geht mir weiterhin ganz gut. Die Nebenwirkungen sind immer noch spürbar und Aufregung gibt es besonders an den Kontrollterminen. Das ist immer mit sehr viel Herzklopfen verbunden.

Ich habe viel erlebt, Gutes und weniger Gutes, ich habe gelacht und geweint. Und ich habe viel gelernt. Am meisten von den Begegnungen mit Menschen. Es ist ein bisschen Ruhe einkehrt in meinem pinkfarbenen Leben – denn bunt ist es immer noch. Aber es gibt eine gewisse Routine und das finde ich wunderbar. Das schafft auch den Freiraum für neue Dinge, wie diesen Blog. Es gab sehr viele Rückmeldungen auf den Artikel und ich habe versucht alle Mails zu beantworten, aber ich hätte gerne weiter diskutiert. Das war einer der Gründe, warum ich diesen Blog schreiben möchte (und auf viele Kommentare hoffe).

Ich werde jede Woche mindestens einen Beitrag schreiben, wahrscheinlich eher zwei, je nach Tagesform. Ich werde über das Leben schreiben, mit unterschiedlichen Brillen – mal eher philosophisch-theologisch (mein Glauben ist der wichtigste Bestandteil auf meinem Weg zur Heilung), mal über “Krankenhaus-Kram”, mal über Begegnungen, Alltagsdinge und auch mal wieder über Schuhe.

Ich glaube, dass das Leben wunderbar ist – denn es ist ein Geschenk. Das mein Leben pink geworden ist, hatte ich nicht erwartet. Ein normales Blau  zum Beispiel wäre mir auch recht gewesen. Ein Leben ohne Aufregung und ohne spektakuläre Ereignisse.  Aber womöglich wäre ich dann unzufrieden mit so einem “blauen” Leben. Wir haben in den allermeisten Situationen die Wahl, welchen Weg wir gehen wollen. Manches können wir jedoch nicht beeinflussen und müssen versuchen damit zurecht zu kommen. Ich bin sicher, dass mir viele tolle Erfahrungen und Begegnungen nicht zuteil geworden wären, wenn ich ein “blaues” Leben führen würde. Also versuche ich doch, möglichst gut mit dem pinkfarbenen Leben zu leben. In diesem Sinn: carpe diem!