Funkstille

…heißt ein äußerst interessantes Buch von Tina Soliman über Kontaktabbrüche.

Hier war auch länger “Funkstille”, was aber in keinster Weise einem Kontaktabbruch nahe kommt. Im Gegenteil. Ich hatte viele Kontakte, auch mit mir unbekannten Menschen. Das lag wohlmöglich daran, dass ich viel in Sachen PR unterwegs war. Interviews, Shootings, Zeitung, Magazine, Lesungen….

Darauf habe ich viele Rückmeldungen erhalten, die ich wie immer alle beantwortet habe. Es gab also eher einen regen Funkkontakt. Eine Bereicherung und ein Geschenk für mich, weil mir Menschen ihre Geschichten anvertrauten.

So auch meine Protagonistin in meinem neuen Buch. Denn auch das habe ich zwischendurch fertig gestellt. Es erscheint im August im Vier-Türme Verlag und geht um Suizid und selbstbestimmtes Sterben. Zugegebener Maßen kein leichtes Thema und es hat auch sehr viel Kraft gekostet es zu schreiben. Für meine Protagonistin war es sicher noch schwerer, denn sie ist wieder eingetaucht in eine schwere Zeit. Sie musste eine Funkverbindung wieder her stellen…. Zu dem was war.

Ich verweigere mich manchmal wieder mit der Vergangenheit Kontakt auf zu nehmen. Es ist einfacher, bestimmte Dinge ruhen zu lassen. Mit anderen Dingen  aus der Vergangenheit bin ich so eng im Kontakt, dass es meine Gegenwart beeinflusst. Da würde ich mir sehr wohl eine Funkstille wünschen.

Funkstille kann für mich auch geruhsam sein. Wenn ich mit meinem Hund Rala spazieren gehe, wenn ich im Strandkorb sitze oder in Franken wandere. Stille ist eine Kraftquelle, wenn der Lärm des Alltags alles übertönt.

Ich habe für die nächsten Monate einige spannende Projekte. Die selbstgewählte Funkstille hat mich darauf vorbereitet. Ich habe aufgetankt. Nun ist es Zeit den Kontakt wieder herzustellen und neue Begegnungen zu erleben. Darauf freue ich mich, auch wenn viel Arbeit auf mich wartet. Denn nur weil ein Buch fertig geschrieben ist, heißt es noch lange nicht, dass die Arbeit aufhört. Es wird lektoriert, korrigiert, überarbeitet, gesetzt und schließlich gedruckt. Und dann endlich in die (Lese)Welt entlassen. Ich gehe davon aus, dass die Stille dann endgültig vorbei ist, spätestens in Frankfurt auf der Buchmesse, wo ich  das Buch wieder präsentieren darf.

Es ist toll, wenn man die Freiheit hat zu wählen – Zwischen Kontakt und Funkstille.

Ich habe meine Wahl wieder einmal neu getroffen.

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